AeroPress-Espresso – so gelingt ein kräftiger Kaffee

AeroPress Espresso steht neben Kaffeetüte

Manche nennen sie Luftpumpe, manche die kleinste Kaffeemaschine der Welt: die AeroPress! Für uns ist sie auf jeden Fall eine praktische und gute Alternative zu herkömmlichen Filterzubereitungen, doch eignet sich die AeroPress auch für Espresso?

Als Hamburger Kaffeerösterei beschäftigen wir uns täglich mit verschiedenen Zubereitungsmethoden und der Frage, wie Mahlgrad, Röstung, Temperatur und Extraktionszeit den Geschmack beeinflussen. In diesem Beitrag zeigen wir dir aus unserer Kaffee- und Rösterpraxis, ob und wie du Espresso mit der AeroPress zubereiten kannst, welche Einstellungen sich dafür bewährt haben und worauf du bei der Zubereitung achten solltest.

Espresso mit der Aeropress zubereiten – geht das?

Die AeroPress wird grundsätzlich als Brühmethode für Filterkaffee klassifiziert und eingeordnet. Gleichzeitig bietet die Kaffeezubereitung durch ihre besondere Kombination aus Immersion und anschließendem Pressen viel Spielraum für unterschiedliche Rezepte und Zubereitungsarten. Genau diese Vielseitigkeit macht sie bei Fans so beliebt.

Auch die Zubereitung eines espressoähnlichen Kaffees mit der AeroPress ist möglich. Dafür wird das Rezept entsprechend angepasst: Mehr Kaffee, weniger Wasser und eine gezielte Abstimmung von Mahlgrad, Temperatur und Ziehzeit sorgen für ein intensives und konzentriertes Ergebnis.

Was ist AeroPress-Espresso?

Mit „AeroPress Espresso“ ist streng genommen kein klassischer Espresso gemeint wie aus der Siebträgermaschine. Sie arbeitet mit deutlich weniger Druck und erzeugt dadurch ein anderes Tassenprofil. Eine Crema wirst du bei dieser Methode nicht finden.

Trotzdem kann die Methode eine spannende Alternative sein, wenn du einen kräftigen Kaffee genießen oder diesen beispielsweise als Basis für einen Cappuccino oder andere Milchgetränke verwenden möchtest.

So kannst du Espresso mit der AeroPress zubereiten: Unser Rezept

Für einen kräftigen, konzentrierten Kaffee greifen wir bei Kaffeeheimat bevorzugt zu einer Espresso- oder Omni-Roast-Röstung. Eine etwas dunklere Röstung bringt dabei ein intensives, vollmundiges Aroma hervor. Schaue dich dafür gerne bei unseren Espressobohnen um und lese dir für die richtige Auswahl unseren Artikel Espressobohnen im Test durch. 

Diese Ausrüstung brauchst du für AeroPress-Espresso

Folgendes solltest du bereitstehen haben:

  • Zubereiter
  • 16 g Bohnen
  • Mühle
  • Papierfilter
  • 60 ml Wasser
  • Wasserkocher
  • Kaffeewaage
  • stabiler Becher
AeroPress Espresso Zubehör steht auf Tisch

Unser Rezept für einen konzentrierten AeroPress-Espresso

Probiere es direkt aus:

  1. Kaffee fein mahlen: Mahle 16 g Kaffee fein, ähnlich wie für Espresso, aber nicht ganz so fein wie bei einer klassischen Siebträgermaschine. Ein feiner Mahlgrad ist für den Espresso gut geeignet und unterstützt eine intensive Extraktion und sorgt für ein konzentriertes Tassenprofil.
  2. Wasser vorbereiten: Erhitze 60 ml Wasser auf 93 °C. Die Brühtemperatur kannst du später je nach Röstung und Geschmack leicht anpassen. Bei dunkleren Röstungen kann eine etwas niedrigere Temperatur sinnvoll sein.
  3. Klassische Methode verwenden: Setze den Papierfilter in den Filterhalter und spüle ihn kurz mit heißem Wasser aus. Stelle die AeroPress anschließend stabil auf einen Becher und gib das Kaffeemehl hinein. Wir empfehlen die klassische Methode, um AeroPress-Kaffee zuzubereiten. Die häufig verwendete Inverted-Methode ist zwar möglich, wird inzwischen aber nicht mehr vom Hersteller empfohlen. Der Grund: Beim Umdrehen der mit heißem Wasser gefüllten AeroPress besteht ein erhöhtes Risiko, dass heißes Wasser ausläuft oder der Zubereiter beim Wenden kippt.
  4. Aufgießen und extrahieren: Gieße die 60 ml Wasser gleichmäßig auf das Kaffeemehl und rühre kurz um, damit alles vollständig benetzt ist. Setze den Presskolben leicht auf die AeroPress, ohne ihn direkt herunterzudrücken. Lass den Kaffee insgesamt etwa 60 Sekunden extrahieren.
  5. Langsam pressen: Drücke den Kolben anschließend innerhalb von etwa 20–30 Sekunden langsam und kontrolliert nach unten. Presse nicht mit Gewalt. Der fertige Kaffee ist jetzt besonders konzentriert und kann direkt getrunken oder als Basis für ein Milchgetränk verwendet werden.

Unser Tipp aus der Kaffeeheimat-Praxis

Betrachte die Werte als Ausgangspunkt und nicht als festes Rezept. Schmeckt der Kaffee zu bitter oder trocken, kannst du zunächst etwas gröber mahlen oder die Kontaktzeit verkürzen. Ist er zu dünn oder wenig intensiv, probiere einen etwas feineren Mahlgrad oder verlängere die Extraktion. Verändere dabei möglichst immer nur eine Variable gleichzeitig, damit du nachvollziehen kannst, welchen Einfluss sie auf das Ergebnis hat.

So beeinflusst du den Geschmack – unsere Tipps!

Neben Mahlgrad und Kontaktzeit gibt es einige weitere Dinge, die du beachten kannst, da sie deinen Espresso-Genuss gezielt beeinflussen. Dazu gehören:

  • Die Bohnen: Achte bei deinen Kaffeebohnen auf hohe Qualität und mahle sie am besten immer frisch. Eine Kaffeemühle sowie abgestimmten Espresso-Kaffee findest du direkt bei uns im Shop.
  • Das Filterpapier: Es gibt einfache Filter, doppelte Filter und Permanentfilter. Die Wahl liegt ganz bei dir! Solltest du normales Filterpapier verwenden, so spüle dies vorher mit heißem Wasser durch, um den Papiergechmack zu lösen und die Extraktion zu verbessern.
  • Die Wassertemperatur: Die Wassertemperatur liegt in der Regel zwischen 80 °C und 96 °C und hängt sowohl vom Kaffee, als auch von deinem bevorzugten Tassenprofil ab! Achte darauf, dass du nie vollständig kochendes Wasser verwendest, da du sonst das Kaffeepulver beim Aufgießen "verbrennst" und angebrannte Noten im Tassenprofil schmecken kannst.

Sprich uns gerne darauf an, wenn du mehr darüber erfahren möchtest. In unseren Kaffeeseminaren erfährst du außerdem mehr über den perfekten Mahlgrad von Kaffee und wie du deine Zubereitung gezielt optimierst.

Alan Adler und die AeroPress – vom Ursprung zum AeroPress Espresso

2005 entwickelte der US-amerikanische Wissenschaftler Alan Adler einen kompakten Kaffeebereiter, der eine einfache und schnelle Zubereitung einzelner Tassen ermöglichen sollte. Seine Idee: Ein leichtes Gerät, das sich unkompliziert bedienen und überallhin mitnehmen lässt.

Seitdem hat sich der Zubereiter zu einem festen Bestandteil der modernen Kaffeekultur entwickelt. Besonders spannend ist seine Vielseitigkeit: Neben klassischen Filterrezepten lassen sich auch konzentrierte Varianten wie Espresso mit der AeroPress zubereiten. Die kompakte Bauweise macht sie außerdem zu einem beliebten Begleiter auf Reisen und beim Camping.

Wie experimentierfreudig die Community ist, zeigt sich auch bei der jährlich stattfindenden World AeroPress Championship, bei der Baristas und Kaffeeliebhaber mit unterschiedlichen Rezepten und Zubereitungstechniken um den Titel konkurrieren.

AeroPress Espresso steht auf einem Tisch

Häufige Fragen zur Espressozubereitung mit der AeroPress

Antworten auf häufige Fragen zur Zubereitung von Espresso mit der AeroPress findest du hier:

Was ist der Unterschied zwischen AeroPress-Espresso und dem aus der Siebträgermaschine?

Espresso aus der AeroPress ist kein klassischer Espresso. Durch den deutlich geringeren Druck entsteht ein anderes Tassenprofil mit weniger Körper und ohne typische Crema. Dafür lässt sich die Zubereitung besonders flexibel an den persönlichen Geschmack anpassen.

Wie sollte der Mahlgrad für AeroPress-Espresso sein?

Für unser Rezept empfehlen wir einen feinen Mahlgrad, der etwas gröber als klassisches Espressomehl ist. Bei einem zu bitteren oder trockenen Ergebnis kannst du etwas gröber mahlen.

Wie sollte das Brühverhältnis bei Espresso aus der AeroPress sein?

Für einen konzentrierten AeroPress-Espresso empfehlen wir als Ausgangspunkt 16 g Kaffee auf 60 ml Wasser. Dieses Verhältnis kannst du je nach gewünschter Intensität und verwendeten Bohnen anpassen.


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